„Ach ja, der Rienzi! – Gern tät’ ich den ’mal bringen“, so Siegfried Wagner 1930. Erst 2026 jedoch wird Richard Wagners 1842 in Dresden uraufgeführtes Frühwerk „Rienzi, der Letzte der Tribunen“ erstmals im Festspielhaus gezeigt. Seit Herbst 2023 arbeitet das Team (Musikalische Leitung: Nathalie Stutzmann; Regie, Bühne und Kostüme: Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka; Dramaturgie: Markus Kiesel) an einer Aufführungsfassung, die versucht, diese monumentale „Materialschlacht“ in eine neue, spielbare Form zu bringen.
Der Vortrag nähert sich „Rienzi“ als gattungsgeschichtlichem Hybrid: Welche Vorbilder standen für Wagner Pate? Welche Strategien verfolgte Wagner bei der Konzeption und Komposition? Was hat Wagner komponiert – aber was hat er sich gedacht? Welche Überlieferungsschichten und welche Rezeptionsgeschichten liegen vor, neben den beiden „dynastischen“ Fassungen (Cosima Wagner 1899 und Wieland Wagner 1954)? Was wäre also eine „gültige“ Fassung auch für Bayreuth 2026?
Markus Kiesel ist Musikwissenschaftler und Kulturmanager. Studium in Heidelberg und den USA. 1992 Promotion über Siegfried Wagner (auf Anregung von Wagner-Enkelin Friedelind Wagner). Engagements als Regieassistent, Dramaturg, Chefdisponent, Betriebs-, Orchester- und Operndirektor an den Theatern von Freiburg, Kassel, Frankfurt, Cottbus, Dortmund, Wiesbaden, Ludwigsburg (Schlossfestspiele) und Essen. 2015–2021 Leiter der Programmplanung beim Beethovenfest Bonn (Intendantin Nike Wagner). Lehraufträge in Bayreuth, Berlin, Frankfurt, Heidelberg, München, Wien und Zürich. Von 2013 bis 2015 Mitglied des „Wahnfried-Kuratoriums” in Bayreuth. Zahlreiche Publikationen zu Bühnen- und Musikrecht und zu Richard Wagner. Bis 2025 Mitglied in verschiedenen Gremien der Richard-Wagner-Stiftung-Bayreuth. Seit 2022 dramaturgische Mitarbeit bei und für die Bayreuther Festspiele (Intendantin Katharina Wagner).
Der Eintritt zu der Matinee in der Johanniskapelle ist frei, auch für Nichtmitglieder.
Date: March 8
Time: 11:00 Uhr
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