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Dynastienwechsel und Heiligsprechung

Thematische Kurzführung durch die Sonderausstellung „ Vor 1000 Jahren“

Date: April 8th, 2025

Time: 12:30 Uhr


Familie und Dynastie – Von Heinrich II. zu Konrad II.

Heinrich II. stirbt am 13. Juli 1024. Zu dieser Zeit haben die Menschen keine Familiennamen – auch Kaiser und Kaiserinnen nicht. Dass wir Heinrich II. als letzten „Ottonen“, seinen Nachfolger Konrad II. dagegen als „Salier“ ansprechen, sind nachträgliche Zuschreibungen. Heinrich II. hätte sich wohl nie als „Ottone“ gesehen, weil er von der Heinrichslinie abstammte: Heinrich hießen sein Vater Heinrich der Zänker, sein Großvater Heinrich von Bayern und sein Urgroßvater König Heinrich I. So ist für die Zeitgenossen der Übergang von Heinrich II. auf Konrad II. ein weitaus kleinerer Bruch, als wir ihn uns heute vorstellen: nicht das Ende „der Ottonen“ und der Beginn „der Salier“. Konrad setzt sich eben bei der Königswahl am 4. September 1024 in Kamba durch. Kaiserin Kunigunde hatte bis dahin die Reichskleinodien verwahrt und übergibt sie Konrad II. Das trägt wesentlich zu Konrads II. Anerkennung und Etablierung als König bei und zeigt die wichtige Rolle, die Kunigunde als Königin und Kaiserin hat.

Wie wird ein Mensch heilig?
Der Weg zum Status der Heiligkeit führt im Mittelalter zunächst über die Verehrung durch das Volk. Die Gläubigen stimmen mit den Füßen ab, wem sie eine kultische Verehrung lokal, regional oder überregional zukommen lassen, wem sie vertrauen, zwischen ihnen und Gott zu vermitteln und ihre Gebete weiterzutragen. Erst 1234 legt der Papst ein regelrechtes Verfahren fest, das über die Heiligsprechung entscheidet. Voraussetzung ist ein „heiligmäßiges Leben“, eine Biografie also, die die Heiligen über normale Menschen hinaushebt. Außerdem müssen Wunder zu Lebzeiten und am Grab durch Zeugenaussagen glaubhaft gemacht werden. Wichtig ist ein Ort, an dem sich die Verehrung äußern kann. Meist ist es das Grab, an dem die Gläubigen den Heiligen nahekommen. Bamberg hat mit dem heiligen Kaiserpaar und dem heiligen Bischof Otto mehr und früher als üblich ausdrücklich durch den Papst kanonisierte Heilige als jede andere mittelalterliche Stadt. Als Anziehungsort für Pilgerscharen konnte sie sich auch einen wirtschaftlichen Vorteil sichern.



Dauer: 30 Min.
Kosten: 2 € zzgl. Museumseintritt
Öffentliche Führung, keine Anmeldung erforderlich
Ort: Historisches Museum, Domplatz 7, 96049 Bamberg

Foto: Reichskrone, Nachbildung, Metall, Perlen, Edelsteine, H.ca.25,0cm, Dm. ca. 22,0 cm, Burg Trifels Trifelsverein e.V

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